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Radkov
(Rattendorf)

Obec leží jihovýchodnì od Svitav, jihovýchodnì od Moravské Tøebové.

Kámen (1769) .
Výška (cm) Šíøka (cm) Tlouška (cm)
72 35 21
Na kameni je vyryt latinský køíž nápis "GOT SEIS IR GENEDIG".
Na druhé stranì je vysekán osmiøádkový nápis:
MA IHS RAI
ANNO 1700
DEN 17. JULIUS
 IST DI ABARA
BESEN MILER
TOTER VON RAT
DAF DES GESTO
TES ALHIR VE
RSCHIDEN.
Z boku jsou vysekána písmena "HHB".

Literatura: Czerny 1907 - 6
                Ledel 1936

Czerny 1907 - 6. Oestlich von Rattendorf steht im hochstämmigen Walde, auf einer zum Bauernhofe Nr. 27 gehörigen Waldparzelle Nr. 414, jenseits der Korfinskywiesen und abseits des an der Berglehne gegen den Hothengst hinziehenden Weges, wie abgeschieden und welt- vergessen ein einfacher Denkstein. Da nicht weit davon die Bodelsdorfer Gemarkung beginnt, ist man im ersten Augenblicke geneigt, ihn für einen Grenzstein, dem er auch in seiner äußeren Form entspricht, anzusehlen.
Das vierseitige, nach oben sich etwas verjüngende Denkmal ist 60 cm hoch, unten 34 und oben 30 cm breit, bei 21 cm unterer und 16 cm oberer Dicke. Die Vorderseite trägt folgende mit römischen Lettern fehlerhaft eingegrabene Aufschrift:
ANNO 1700
DENI7 IULIUS
ISTDI(B)A(R)BARA
BESEN x MILER(S)
TO(CH)TER VON RAT(TEN)
DA(R)FDESGENTO
TES x ALHIR x VE
RSCHIDEN x
Darüber ist zwischen dem Namen MARIA das Symbol des süßen Namens Jesu und ein Herz mit drei Nägeln angebracht. Auf der Rückseite ist zu lesen:
GOT SEIS IR
GENEDIG
Darunter ist in vertieften Linien ein einfaches 34,5 cm hohes Kreuz von 5 cm Breite mit 20 cm langem Querbalken eingeritzt,  An einer Seitenfläche stehen die Buchstaben HHB, mutmaßlich das Zeichen des Steinmetzen, welcher dieses Objekt anfertigte.
Die Sterbematrik der Pfarre Türnau, wohin Rattendorf zur Seelsorge gehört, bestätigt die auf diesem Steine verzeichnete Angabe.
Diese Denkmale im stillen Waldesdunkel liefert uns einen Beweis, daß sich die Sitte, eine Unglückstätte der Nachwelt durch einen einfachen Stein kenntlich zu machen, noch bis ins 18. Jahrhundert hinein erhalten hat.

Ledel - Der Rattendorfer Stein, A/6, steht auf der Waldparzelle 414 des Ausgedingers Alois Seidl der Bauernwirtschaft Nr. 8 (nicht Nr. 27) und hat folgende Inschrift:
MA IHS RAI
ANNO 1700
DEN 17. JULIUS *
* IST DI ABARA *
BESEN * MILER *
TOTER * VON RAT
DAF * DES GESTO
TES * ALHIR VE
RSCHIDEN *
Die anderen Angaben Czernys bezüglich Größe und Inschrift stimmen. Der Volksmund weiß zu berichten, daß sich .... junges Mädchen beim Grasen derart unglücklich mit der Sichel schnitt,
daß sie verblutete. In der Türnauer Sterbematrik ist vom damaligen tschechischer Pfarrer Karl Leopold Scoboda der Todesfall wie folgt tschechisch verzeichnet: "Z Radkova dne 19. Juný pochowana gest. dzera Barbara Mlinarzu Radtkowskiho. Stara r. 17". Die sinngemäße Übersetzung lautet: "Aus Rattendorf wurde am 19. Juni die Tochter Barbara des Rattendorfer Müllers begraben. 17 Jahre alt." Ihr Familienname ist in der Matrik nicht enthalten, desgleichen auch nicht ihre Geburt, so daß angenommen werden muß, daß die Familie erst nach Rattendorf zugewandert ist. Der Denkstein, der dem auf so tragische Weise ums Leben gekommenen Mädchen an der Unfallstelle, die derzeit im Hochwalde liegt, errichtet wurde, rührt von keiner Meisterhand her. Die Inschrift ist sehr fehlerhaft und soll anscheinend heißen: "Anno 1700 den 17. Juni ist die Barbara, Besen Müllers Tochter aus Rattendorf, des jähen Todes allhier verschieden. [GES = gäh = jäh (?)]

2.4.2005 - JB
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3.4.2020 - Fotografie zaslal pan Martin Spìvák
     

Zpìt